Darmkrebs: Das Entscheidende ist die Vorsorge

Experten aus Gastroenterologie, Onkologie, Psychoonkologie, Visceralchirurgie und Strahlentherapie des Krankenhauses Maria-​Hilf und des Facharztzentrums Krefeld stellten sich den zahlreichen Fragen in einer Telefonaktion
Am „heißen Draht“ zu Darmerkrankungen. (V. l. n. r.) vordere Reihe: Psychoonkologin Dr. Nina Bertrams, Visceralchirurgen Dr. Wilhelm-Ulrich Schmidt, Privatdozent Dr. Elias Karakas und Dr. Adam Gorzawski, hintere Reihe: Strahlentherapeut Dr. Andreas Küsters – Facharztzentrum Krefeld, Gastroenterologen Dr. Michael Knobloch – Facharztzentrum Krefeld, Professor Dr. Tobias Zekorn und Dr. Stefan tho Pesch.

, Krankenhaus Maria-Hilf Krefeld

Neun Experten des Alexianer Darmkrebszentrums Region Krefeld nahmen Stellung zu Vorsorge, Früherkennung und Behandlung des Darmkrebs

Jährlich erkranken über 58.000 Menschen in Deutschland an Darmkrebs, circa 25.000 sterben daran. Gleichzeitig sind bei rechtzeitiger Vorsorge und Früherkennung die Entstehung und vor allem deren schwerwiegenden Verläufe häufig zu verhindern. Diese Erkenntnis war Anlass für eine große Aufklärungsaktion der Experten des Alexianer Darmkrebszentrums Region Krefeld.

Auf dem Informationstag hatten die Besucher Gelegenheit, mit den Fachärzten direkt ins Gespräch zu kommen. Dieser Informationstag wurde ergänzt durch eine Telefonaktion. Experten aus Gastroenterologie, Onkologie, Psychoonkologie, Visceralchirurgie und Strahlentherapie des Krankenhauses Maria-Hilf und des Facharztzentrums Krefeld stellten sich den zahlreichen Fragen.

Vorsorge ist das Entscheidende

Dr. Wilhelm-Ulrich Schmidt, Leiter des Alexianer Darmkrebszentrums, machte deutlich: „Von den ersten noch gutartigen Veränderungen, in der Regel Polypenbildung, bis zur Entstehung eines Carcinoms vergehen circa zehn Jahre. Diese lange Zeit der Entwicklung und unser gutes Wissen um Anfänge und Verlauf ermöglichen es uns, das Darmkrebsrisiko durch schonende Vorsorgeuntersuchungen deutlich zu senken.“ Aktuell bezahlen die Krankenkassen bei Frauen ab dem vollendeten 55. Lebensjahr die Vorsorge-Darmspiegelung, bei Männern bereits ab 50 Jahren. Der immunologische Blutstuhltest ist insgesamt im Alter ab 50 Teil des Vorsorgeprogramms. Dr. Stefan tho Pesch, Gastroenterologe und stellvertretender Leiter des Darmkrebszentrums, ergänzt: „Es gibt in einigen Fällen auch genetisch bedingte höhere Risiken, einen Darmkrebs zu entwickeln. Hier setzt die Vorsorge entsprechend früher ein, wenn ein Verwandter ersten Grades bereits einen Darmkrebs hatte oder ein Gendefekt vorliegt. Dann ist eventuell auch die jährliche Kontrolluntersuchung angeraten.“ Ein wiederkehrendes Thema ist die Durchführung der Darmspiegelung. Zu einer möglichen Belastung konnten die Fachärzte Entwarnung geben. Bis auf die individuell als unangenehm empfundene Darmentleerung stelle die eigentliche Coloskopie überhaupt keine Belastung dar, vor allem, da man durch die Sedierung praktisch nichts mitbekommt.

Zielgerichtete Darmkrebsbehandlung im Team

Dr. Schmidt ist Visceralchirurg und erläutert zur Therapie des Darmkrebs: „Wird ein Darmkrebs endoskopisch festgestellt, werden alle Fachkollegen im Rahmen der Tumorkonferenz diesen Fall besprechen. Das ist nötig, weil die Behandlung so schonend und trotzdem effektiv wie möglich erfolgen muss. Erste Hinweise ergeben sich durch die feingewebliche Untersuchung des Pathologen. Konservative Therapien durch den Onkologen oder den Strahlentherapeuten sind in der Abklärung der Optionen ebenso relevant wie die Notwendigkeit einer Operation durch den Visceralchirurgen. Unser Darmkrebszentrum funktioniert als Netzwerk, das den Patienten auffangen soll, Sicherheit und Struktur gibt.“

Alleinstellungsmerkmal Psychoonkologie

Die Diagnose „Krebs“ ist meistens ein Schock für den Patienten, aber auch für die nächsten Angehörigen. Hier setzt die Zusammenarbeit mit der Ambulanz für Psychoonkologie des Zentrums für Psychotraumatologie der Alexianer an. Sie ist integraler Bestandteil des Alexianer Darmkrebszentrums und damit auch der Tumorkonferenzen. Diese enge patientenbezogene Verknüpfung mit dem speziellen psychologisch/psychiatrischen Angebot innerhalb eines Krankenhauses sei in der Region Krefeld einmalig. Die Betroffenen und deren Angehörige können hier niederschwellig professionelle psychoonkologische Unterstützung erhalten, und zwar im gesamten Behandlungsverlauf und darüber hinaus. Einige Besucher der Aktionstage bestätigten aus eigener Erfahrung die besondere Bedeutung dieser psychoonkologischen Unterstützung.

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