Medizin für den Mann

Andrologische Erkrankungen betreffen Männer von der Jugend bis ins hohe Alter. Im Schwerpunkt Andrologie der Klinik für Urologie, Kinderurologie und Urogynäkologie bieten wir hoch-spezialisierte Hilfe an: Qualifizierte Diagnostik und individuelle Behandlung, einfühlsam und am Behandlungsziel orientiert.

Hierfür arbeiten wir in enger Kooperation mit niedergelassenen Fachärztinnen und Fachärzten, dem Kinderwunschzentrum Niederrhein (KI-ND) und anderen Fachdisziplinen im Krankenhaus Maria-Hilf zusammen.

Die Männergesundheit sowie das Erkennen und die qualifizierte Behandlung von andrologischen Erkrankungen sind mir ein besonderes Anliegen. Hierfür stehen das Team unserer Klinik und ich für Sie und Ihre Partnerin oder Ihren Partner gerne zur Verfügung.

Dr. med. Christian Leiber-Caspers, Leiter des Schwerpunktes Andrologie

Behandlungsspektrum:

Unser Anliegen hier im Krankenhaus Maria-Hilf ist es, für die spezifischen Erkrankungen des Mannes stets die passenden Therapien zu bieten. Sie entsprechen den neuesten Erkenntnissen auf dem Fachgebiet der Andrologie. Im Folgenden finden Sie das komplette Spektrum der andrologischen Behandlung.

Eine Besonderheit ist die Enzymtherapie bei einer durch eine Störung des Bindegewebes hervorgerufenen Penisverkrümmung. Hier soll durch lokale Injektionen von Enzymen über einen gewissen Zeitraum eine Penisbegradigung erzielt werden. Ein operativer Eingriff kann somit in einigen Fällen vermieden werden. Mehr dazu finden Sie unten unter dem Stichwort "Die Penisverkrümmung" oder rufen Sie einfach an.

Mehrere Millionen

Männer sind in Deutschland von einer Erektionsstörung betroffen.

Quelle: Leitlinie Sexuelle und Reproduktive Gesundheit der Europäischen Urologen-Vereinigung (EAU) 2021

Von einer Störung der Erektion (= Erektile Dysfunktion) sind in Deutschland wahrscheinlich mehr als 5 Millionen Männer betroffen. Hierbei spielen organische Ursachen nach heutigem Verständnis die Hauptrolle, so zum Beispiel die Zuckerkrankheit (= Diabetes mellitus), der Bluthochdruck (= arterielle Hypertonie), eine Fettstoffwechselstörung (= Hyperlipidämie), Verletzungen im Genitalbereich oder die Folge von Operationen (zum Beispiel nach Prostatakrebs-Entfernung) und äußere negative Einflüsse (zum Beispiel Rauchen).

Im Rahmen einer qualifizierten andrologischen Diagnostik sollte daher nach solchen möglichen Ursachen geschaut werden. Eine erektile Dysfunktion kann einen erheblichen negativen Einfluss auf den betroffenen Mann und die Beziehung zu seiner Partnerin/seinem Partner haben. In unserem Zentrum stehen zur Behandlung von Erektionsstörungen sämtliche konservativen und vor allem auch operativen Methoden (hier Einsetzen eines hydraulischen Penis-Implantats) zur Verfügung. Siehe auch Urologische Implantatchirurgie

Erweiterte Venen im Bereich des Samenstrangs (= Varikozele testis) treten in 90 Prozent aller Fälle auf der linken Seite auf. Hierdurch können klinische Beschwerden ausgelöst werden. Außerdem führen diese in manchen Fällen zu einer eingeschränkten männlichen Zeugungsfähigkeit (= Fertilität). Neben den notwendigen andrologischen Untersuchungen bieten wir in diesem Fall als Behandlung eine mikrochirurgische Unterbindung der erweiterten Venen von der Leiste aus an (= inguinale mikrochirurgische Varikozelen-Resektion).

Wenn regelmäßiger Geschlechtsverkehr ohne Verhütung mit dem Ziel, eine Schwangerschaft zu erreichen über ein Jahr erfolglos bleibt, liegt definitionsgemäß ein „unerfüllter Kinderwunsch“ vor. Hierbei kann eine männliche eingeschränkte oder fehlende Zeugungsfähigkeit (= männliche Infertilität) die Ursache sein. In unserer andrologischen Sprechstunde führen wir die diesbezüglich notwendigen Untersuchungen inklusive einer Spermiogramm-Analyse durch.

Bei einer dauerhaft abgeschlossenen Familienplanung stellt die Sterilisations-Operation, also die Durchtrennung der Samenleiter (= Vasoresektion beidseits) beim Mann eine gute Lösung dar. Dies ist ein relativ kleiner chirurgischer Eingriff, der meist in örtlicher Betäubung (= Lokalanästhesie) durchgeführt werden kann. Hier bieten wir standardmäßig die sogenannte „Non-Skalpell-Technik“ an. Die Vasoresektion ist keine Leistung der Krankenkasse, die Kosten müssen vollständig vom Patienten getragen werden.

Für Männer mit einem erneuten Kinderwunsch nach einer bereits durchgeführten früheren Durchtrennung der Samenleiter (= Vasoresektion beidseits) bieten wir die operative mikrochirurgische Wiederherstellung der Samenleiter (= mikrochirurgische Vaso-Vasostomie) beidseits an. Hierzu werden ein Operationsmikroskop und extrem dünnes Nahtmaterial verwendet, um eine möglichst hohe Erfolgsrate zu erzielen. Diese Operation wird grundsätzlich nicht von den Krankenkassen bezahlt, der Patient muss hier die gesamten Behandlungskosten selber übernehmen.

Bei Penisverkrümmungen unterscheidet man die angeborenen/kongenitalen Formen von den erworbenen. Die angeborene Form betrifft naturgemäß junge Männer, deren Penis schon im Rahmen der Pubertät oder kurz danach eine deutliche Verkrümmung, meist nach unten oder zur Seite, aufweist und hierdurch klinische Beschwerden verursacht. Die einzig sinnvolle Therapie ist hier eine operative Penisbegradigung.

Bei der erworbenen Form der Penisverkrümmung handelt es sich um eine Bindegewebserkrankung im Bereich der Penisschwellkörperhülle. Diese heißt im deutschsprachigen Raum "Induratio penis plastica (IPP)". Hier kommen medikamentöse und verschiedene operative Behandlungsverfahren in Frage, welche alle von unserer Klinik angeboten werden.

Enzymtherapie/Kollagenase-Injektion bei der erworbenen Penisverkrümmung

Als eine von wenigen Einrichtungen in Deutschland wird in unserer Klinik beim Vorliegen einer erworbenen Penisverkrümmung (=Induratio penis plastica - IPP) durch Bindegewebserkrankung eine lokale Injektionsbehandlung durchgeführt. Diese Injektion von zwei Enzymen zur Aufweichung des Bindegewebeknotens (Kollagenasen aus Clostridium histolyticum - CCH) erfolgt ambulant im Abstand von vier Wochen und muss mehrfach angewendet werden. Zusätzlich müssen die Patienten täglich manuell der Verkrümmung des Penis entgegen arbeiten, um die gewünschte Verbesserung der Penisverkrümmung zu erzielen. Aufgrund der hohen Therapiekosten für das Medikament muss für jeden einzelnen Patienten vor der Behandlung ein Antrag auf Kostenübernahme bei der Krankenkasse gestellt werden.

Ein Testosteronmangel-Syndrom (= männlicher Hypogonadismus) hat vielfältige negative gesundheitliche Auswirkungen. Diese betreffen keineswegs nur die Sexualität. Der Hypogonadismus kann bei jüngeren genauso wie bei älteren Männern vorkommen. In unserer andrologischen Sprechstunde erfolgt diesbezüglich eine hochqualifizierte Diagnostik und Therapie.

Die Lebenserwartung von Männern und Frauen unterscheidet sich nach wie vor um fast fünf Jahre. Die Gesundheit der Männer ist daher, insbesondere im Alter, ein wichtiges Thema, dem wir uns gerne annehmen. Eine entsprechende fachkundige Untersuchung und Beratung kann in unserer andrologischen Sprechstunde erfolgen.

Bei Geschlechtsdysphorie/Transidentität bieten wir nach Sicherung der Diagnose die Hormontherapie mit männlichen Hormonen für die Frau-zu-Mann-Transidentität (FzM) an. Außerdem führen wir bei der Mann-zu-Frau-Transidentität (MzF) in unserer Klinik die geschlechtsangleichende Operation durch.


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