Sanft, sicher, sorgfältig

Im Alexianer Zentrum für Endokrine Chirurgie werden Erkrankungen der Hormon produzierenden Drüsen behandelt, also alle Erkrankungen der Schilddrüsen, Nebenschilddrüsen, Nebennieren und auch endokrine Tumore der Bauchspeicheldrüsen und des Magen-Darm-Traktes. 

Bei einer Operation, beispielsweise der Schilddrüsen, werden alle vorhandenen Knoten gründlich entfernt. Dabei ist es das Ziel, die Funktion der Nebenschilddrüsen zu erhalten und die Stimmbandnerven nicht zu schädigen. Während des Eingriffs benutzt der Chirurg eine Lupenbrille mit 10-facher Vergrößerung, um den Befund präzise zu operieren. Die Funktionsfähigkeit der Stimmbandnerven wird dabei ständig überwacht (Neuromonitoring). Hier finden Sie das komplette Leistungsspektrum des Zentrums für endokrine Chirurgie.

Neben einem guten kosmetischen Ergebnis liegt uns Ihre Sicherheit bei Eingriffen besonders am Herzen. 

Dr. med. Petra Kühn, Leiterin des Zentrums für Endokrine Chirurgie

Sicherheit für die Nebenschilddrüsen

Die Nebenschilddrüsen helfen bei der Koordination des Kalziumstoffwechsels und garantieren damit einen starken Knochen. Während einer Schilddrüsenoperation können sie in ihrer Durchblutung geschädigt werden, was zu einer Funktionsminderung oder sogar zu einem Funktionsverlust führen kann. Um diese Durchblutungschädigung zu verhindern, können über einen fluoreszierenden Farbstoff, der während der Operation über das Blut appliziert werden kann, die zu den Nebenschilddrüsen führenden Blutgefäße sichtbar gemacht und damit vom Chirurgen geschont werden.

Sicherheit für die Stimmbandnerven 

Bei jeder Schilddrüsenoperation ist es das Ziel, die Funktion der Stimmbandnerven zu schonen, um dem Patienten nach der Operation seine volle Stimmfunktion zu garantieren. Daran ist nicht nur der rückläufige Stimmbandnerv (N. laryngeus recurrens) beteilig. Die Singstimme wird ganz entscheidend von der Funktion des oberen Stimmbandnerven (N. laryngeus superior) beeinflusst, der insbesondere bei der Bildung hoher Töne hilft. 

Natürlich schützt die bessere Sicht, die uns die Lupenbrille durch ihre 10-fache Vergrößerung bietet, vor groben Verletzungen des Nerven. In den allermeisten Fällen sind Funktionsverluste der Stimmbandnerven aber auf Zug- und Dehnungsschäden zu rückzuführen, die durch die Lupenbrille nicht erkennbar sind. Hier hilft das Neuromonitoring aller beteiligten Stimmbandnerven weiter. 

Der obere und der rückläufige Stimmbandnerv können durch das Neuromonitoring während der Operation auf ihre Funktion geprüft werden. Dies geschieht entweder direkt (nicht kontinuierliches Neuromonitoring) oder indirekt (kontinuierliches Neuromonitoring). Beim direkten Verfahren wird der Nerv durch eine Sonde stimuliert, nachdem er durch den Chirurgen freipräpariert wurde. Beim indirekten Verfahren wird der rückläufige Stimmbandnerv über den Nervus Vagus stimuliert, da beide anatomisch miteinander verbunden sind. Der Nervus vagus wird im Bereich der Halsschlagader aufgesucht und mit einer Elektrode versehen, die während der gesamten Operationszeit dort bleibt und eine fortwährende Stimulation garantiert. Schon kleinste Funktionsänderungen des Nerven, die z.B. durch Zug verursacht werden, können vom kontinuierlichen Neuromonitoring dem Chirurgen sofort durch ein akustisches Signal bewusst gemacht werden. Wird der Zug am Nerven daraufhin modifiziert, wird einer Schädigung vorgebeugt. Dieses Verfahren wird bei Hochrisikopatienten (z.B. Opernsängern, Kindern) und sehr großen Schilddrüsen, bei denen der Nerv erst zu einem sehr späten Operationszeitpunkt selbst zu sehen ist, eingesetzt.

Veränderungen der Schilddrüse lassen sich häufig als Knoten tasten. Diese sind zumeist harmlos und können im Alter auftauchen (regressive Knoten) oder als gutartige Veränderungen (Adenome) und Zysten auftreten. Bösartige Tumoren sind verglichen mit allen anderen Krebsarten selten und meist gut zu behandeln. Fast 90 Prozent sind gut differenzierte Tumore. Das bedeutet, sie nehmen am Jodstoffwechsel teil und können daher nach erfolgter Operation zusätzlich mit einer Radiojodtherapie behandelt werden. Bei einer Operation ist es in diesem Fall wichtig, die Schilddrüse vollständig zu entfernen und ggf. betroffene Lymphknoten. Die Weiterbehandlung erfolgt in enger Zusammenarbeit mit dem behandelnden Hausarzt und Nuklearmedizinern. Für Patienten, die schon eine Diagnose gestellt bekommen haben, stehen wir gerne für eine Zweitmeinung zur Verfügung.

Eine Überfunktion der Nebenschilddrüsen erkennt man am erhöhten Calciumspiegel im Blut. Da dieses Calcium den Knochen entzogen wird, führt die Überfunktion langfristig zu Osteoporose. Aber auch Stimmungsstörungen, Depression, Nierensteine und viele andere Symptome können mit einer Erkrankung der Nebenschilddrüsen einhergehen. Deswegen ist bei erhöhten Laborwerten eine Operation zu empfehlen. 


nach oben