Leistungsangebote

Die operative Therapie des Prostatakrebses stellt sowohl beim auf die Prostata begrenzten Tumor, als auch in Einzelfällen beim metastasierten Tumor einen wesentlichen Bestandteil der Therapieoptionen dar. Wir nutzen dabei stets schonende minimal-invasive Operationstechniken.

Bei der operativen Technik (Laparoskopie) wird die Prostata über Hülsen mit speziellen Instrumenten unter Kamerasicht entfernt. Falls notwendig können gleichzeitig auch Lymphknoten im Operationsgebiet mit entfernt werden. Die Patienten stehen am folgenden Tag auf und können essen und trinken. Diese verfeinerte Methode umgeht den Weg durch die Bauchhöhle und verhindert so zusätzliche Darmirritationen und mögliche Verletzungen von in der Bauchhöhle befindlichen Organen, was in der Folge zu Verwachsungen führen könnte. Weitere Vorteile sind eine schnelle Frühkontinenz und eine maximale Schonung der für die Potenz wichtigen Strukturen. Auch das klassische offen- operative Verfahren wird bei uns unter Zuhilfenahme spezieller optischer Hilfsmittel zur besseren Übersicht (hochauflösende Lupenbrillen mit Lichtquelle) angeboten.

Ein zweiter wichtiger Bestandteil der Therapie des Prostatakrebses ist die Strahlentherapie mit vergleichbaren Heilungschancen. Durch die Kooperation mit erfahrenen Strahlentherapeuten in unserem Zentrum können wir Ihnen alle etablierten, modernen Bestrahlungsmethoden (von innen und außen) anbieten. 

Ein Beispiel hierfür die die Brachytherapie („innere Bestrahlung“ = LDR oder HDR).

Bei der LDR-Brachytherapie werden ebenfalls Hohlnadeln über den Damm in die Prostata eingeführt. Über diese Hohlnadeln werden nach einem vorher berechneten Plan die sogenannten Seeds („Körnchen“) in der Prostata platziert. Seeds sind etwa reiskorngroße, radioaktiv strahlende Jod-Stifte (J125). Die Seeds bleiben in der Prostata und geben so ihre Strahlungsenergie langsam über einen Zeitraum von etwa einem Jahr ab. Die Strahlungsintensität ist so gewählt, dass der Prostatakrebs in therapeutischer Dosis bestrahlt wird und umgebende Personen nicht gefährdet werden.

Bei der HDR-Brachytherapie werden in Narkose bzw. Spinalanästhesie Hohlnadeln über den Damm in der Prostata platziert. Über diese Hohlnadeln fährt kurzzeitig eine radioaktive Quelle (Iridium192) in die Prostata. Nach einem vorher berechneten Bestrahlungsplan verweilt diese Quelle an den jeweiligen Positionen in der Prostata und gibt die entsprechende Strahlendosis ab. Diese Verfahren werden nach vier Wochen wiederholt. Um diese beiden Bestrahlungstermine erfolgt eine insgesamt fünfwöchige Bestrahlung durch die Haut; diese wird ambulant durchgeführt.  

Die weitaus häufigste Erkrankung der Prostata ist die gutartige Vergrößerung (BPS = benignes Prostatasyndrom). In der 5. Lebensdekade ist bei 50% der Männer eine solche Vergrößerung nachzuweisen. 10-25% aller Männer benötigen im Verlauf ihres Lebens eine Behandlung bezüglich des BPS.

Die genauen Ursachen für das altersabhängige Wachstum der Prostata sind noch immer nicht geklärt. Hormonschwankungen, Lebensalter, Rasse und genetische Veranlagung sind Faktoren bei der Entstehung des BPS. Von der Wucherung ist vor allem die Zone um die Harnröhre betroffen, das „Fruchtfleisch“ der Prostata. Durch den daraus entstehenden Druck auf die Harnröhre entwickeln sich die typischen Symptome. 

Die Symptome sind vielfältig und können unterteilt werden in:

  • Probleme beim Wasserlassen (Miktionsbeschwerden):
    Harnstrahlabschwächung, Verlängerung der Miktionszeit, Startverzögerung, Restharngefühl und Harnverhalt
  • Speicherstörungen der Blase (irritative Symptome)
    häufiger Harndrang, nächtliches Wasserlassen, imperativer Drang und Dranginkontinenz

Langfristig führt das BPS zu Restharnbildung, wiederkehrenden Harnwegsinfekten, Blasensteinbildung, Harnverhaltung und einer Überlaufblase mit oder ohne Nierenstau.  

Neben der Tastuntersuchung durch den Urologen sind die Bestimmung des PSA- Wertes im Blut (prostataspezifisches Antigen) und eine Ultraschalluntersuchung der Prostata wichtige Bestandteile der Diagnostik. Mit den o.g. Verfahren kann unter anderem die Größe der Prostata bestimmt werden, woraus sich eine mögliche Therapieoption ergibt. Auch kann durch diese Untersuchungen beim Urologen (Vorsorge) ein möglicher Prostatakrebs früh erkannt werden und mittels Gewebeprobe aus der Prostata diagnostiziert werden. Messung des Harnstrahls, Urinuntersuchungen und Fragebögen zur Ausmaß der Beschwerden vervollständigen die Diagnostik.

In den Frühstadien der Erkrankung kann eine medikamentöse Therapie oft Linderung verschaffen. Ist die Erkrankung mit Medikamenten nicht mehr zu beeinflussen, erfolgt die operative Therapie.

Hier stehen uns unterschiedliche Therapieoptionen zur Verfügung:

Ausschälung der Prostata durch die Harnröhre (TUR-Prostata) 

Dieses Verfahren stellt nach wie vor den „Goldstandard“ bei der operativen Therapie des BPS dar. Dabei wird das überschüssige Prostatagewebe im Rahmen einer Blasenspiegelung mittels einer elektrischen Schlinge "ausgehobelt".  

Laseroperation der Prostata (TULEP)

Bei sehr starker Vergrößerung der Prostata oder falls ein Patient auf seine blutverdünnenden Medikamente (Marcumar, Plavix, ASS, …) nicht verzichten kann, hat sich zur Verringerung möglicher Blutungen das Laserverfahren zur Operation durchgesetzt. In unserer Klinik haben wir uns auf die Ausschälung der Prostata spezialisiert. Anders als bei Verdampfungsverfahren (z. B. Greenlight-Laser) können wir so Gewebe für eine feingewebliche Untersuchung gewinnen. Unsere Operateure sind international renommiert und als Gastoperateure im In- und Ausland tätig. 

Entzündung der Prostata (akute oder chronische Prostatitis)

Die Entzündung der Prostata ist eine sehr unangenehme Erkrankung, die mit Schmerzen im Dammbereich und Störungen beim Wasserlassen einhergeht.

Ursache sind oft Bakterien aber auch andere Faktoren. Es besteht die Gefahr einer chronischen Verlaufsform mit weitreichender Beeinträchtigung der Lebensqualität.


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