Wir bauen einen Palliativwagen
Im Rahmen der Schulpartnerschaft mit der Gesamtschule Uerdingen veranstaltete die Alexianer Krefeld GmbH Projekttage rund um das Thema Palliativmedizin
Mit der Vertragsunterzeichnung Ende 2025 fiel der Startschuss für eine Schulpartnerschaft zwischen der Alexianer Krefeld GmbH und den beiden Gesamtschulen Krefeld-Kaiserplatz und Uerdingen. Jetzt, knapp zwei Monate später, fanden im Krankenhaus Maria-Hilf die ersten Projekttage mit der Gesamtschule Uerdingen statt. Sechs Schülerinnen der achten Stufe mit Interesse an den beruflichen Möglichkeiten im Gesundheitswesen erhielten umfassende Einblicke, was „Krankenhaus“ alles beinhaltet. Dabei stand das kreative Selbstmachen im Vordergrund – verbunden mit der praktischen Aufgabe einen Palliativwagen für Patienten zu gestalten.
Projekt „Palliativwagen“
Der Auftrag bestand darin, nachdem die Schüler einiges über Palliativmedizin gelernt hatten, einen mobilen Wagen zu gestalten, mit dessen Hilfe die „normalen“ Patientenzimmer für die Palliativversorgung verwandelt werden können. Dabei lernten sie mit eigenen erfahrbaren Übungen, was Wahrnehmung in der besonderen Situation der Patienten beeinflusst und welche Unterstützung leistbar ist und konnten so selbst einen solchen Palliativwagen sinnvoll ausstatten. Palliativmedizinerin Dr. Katharina Kuczewski erklärt die Einzelheiten des Projekts: „Bestandteil des Wagens sollen Elemente sein, die mit Licht, Gerüchen, Tönen und Musik eine angenehme Atmosphäre schaffen und die Patienten beim Ruhefinden oder Entspannen unterstützen sollen. Von den Schülerinnen hergestellte Karten werden an Patienten und Angehörige ausgehändigt, um Ihnen Mut zu machen und Trost zu spenden. Auch unsere im Haus hergestellten Handschmeichler oder `Troststeine` werden Platz im Wagen finden.“
Es scheint überraschend. Aber gerade das nicht leichte Thema der Palliativmedizin für schwerkranke Menschen in der letzten Lebensphase bietet zahlreiche Möglichkeiten jungen Menschen die Arbeit in einem Krankenhaus näher zu bringen. Ärzte, Therapeuten und Pflegekräfte, Seelsorge und Sozialdienst zeigten am Beispiel der Palliativmedizin, wie vielfältig es in einem Krankenhaus zugeht. Schon die Vielzahl an verschiedenen Berufsgruppen, die hier Hand in Hand arbeiten, konnte beeindrucken. Das gemeinsame „Bauen“ des Palliativwagens war aber letztlich das Highlight der Projekttage. Finanziert wurden der Wagen sowie die Materialien und Geräte aus Spenden der Mitarbeitenden, die als Dankeschön einen Handschmeichler erhielten.
Anna Josch, Studien- und Berufswahlkoordinatorin (StuBo) der Gesamtschule Uerdingen, erklärt: „Dieses Projekt stellte auf vielfältigen Ebenen eine wertvolle Erfahrung für unsere sechs Schülerinnen dar. Zum einen leistete es einen Beitrag zur beruflichen Orientierung, indem sie Einblicke in unterschiedliche Bereiche des Krankenhauses erhielten. Zum anderen wurden sie für ein gesellschaftlich relevantes Thema sensibilisiert. Wir freuen uns, dass uns dieses Projekt auch weiterhin begleitet und wir gemeinsam mit einem größeren Kreis unserer Schülerschaft Materialien für den Palliativwagen herstellen können.“
Klinikdirektorin Dr. Kathrin Batzill liegt diese Kooperation am Herzen. Neben dem Grundgedanken die jungen Menschen bei ihrer Berufswahl zu unterstützen, sieht sie auch den positiven Effekt bei den beteiligten Kollegen: „Die Durchführung solcher Projekttage gibt uns die Gelegenheit, einmal unsere Arbeit in der Klinik aus einem anderen Blickwinkel zu sehen. Die Interaktion außerhalb der Klinikroutine war für alle entsprechend bereichernd.“