Wir in der Pflege: Pflegebotschafterin Natascha Fux stellt sich vor

Lesen Sie hier unser Interview mit der Pflegebotschafterin Natascha Fux in voller Länge (Erstveröffentlichung Juni 2022). 

Natascha Fux, Jahrgang 1990, ist examinierte Gesundheits- und Krankenpflegerin. Die dreijährige Ausbildung hat sie 2013 erfolgreich abgeschlossen. Mit dem Examen in der Tasche ging sie zu den Alexianern und war zunächst auf einer internistischen Normalstation eingesetzt.
2016 startete sie auf der Intensivstation. Über den Zwischenschritt der Stellvertretung ist sie seit 2021 Leiterin der Station.

Frau Fux, wie hat Ihre Leidenschaft für den Pflegeberuf begonnen?

Ich bin familiär in Richtung Pflegeberufe geprägt, da meine Mutter Altenpflegerin ist. Auf jeden Fall war mir schnell klar, dass die Unterstützung von Menschen das Richtige für mich ist. Ich sehe jeden Tag die Erfolge und Fortschritte, auch durch die eigene Arbeit. Es ist schön, diese mit den Patientinnen und Patienten teilen zu können.

Wie starteten Sie dann in den Pflegeberuf?

Ich bewarb mich bei mehreren Krankenpflegeschulen der Region – ausgerechnet aber nicht bei der Schule am Krankenhaus Maria-Hilf. In der Ausbildung – noch nicht bei den Alexianern – entwickelte ich bereits eine gewisse Vorliebe für die Intensivpflege. Die Arbeit auf der IPS (Intensivpflegestation) hat einfach viel Spaß gemacht. Im dritten Ausbildungsjahr hat sich diese Richtung dann gefestigt.

Ich hatte nie den Gedanken, einen anderen Karriereweg einschlagen zu müssen.

Natascha Fux

Trotzdem gingen Sie zu den Alexianern und zunächst auf eine internistische Normalpflegestation. Warum?

Ich hatte schon gewisse Vorstellungen, wo ich arbeiten wollte und wo ich nicht arbeiten wollte. Nach der Ausbildung war die internistische Normalpflege ein guter Einstieg. Ich musste nicht lange warten, bis sich die Gelegenheit zum Wechsel auf die Intensivstation ergab. Hier bin ich noch mehr mit den Patientinnen und Patienten und auch mit den Angehörigen verbunden. Die Intensivmedizin und -pflege findet hier auf sehr hohem Qualitätsniveau statt, ohne den Blick für die Belange der Betroffenen zu verlieren.

Und wie beurteilen Sie die Alexianer als Arbeitgeber?

Ich habe von 2016 bis 2018 nebenbei für eine Personal-Leasing-Firma gearbeitet, als geringfügig Beschäftigte. In dieser Zeit lernte ich die Intensivstationen anderer Krankenhäuser kennen. Durch diese Erfahrung habe ich gemerkt, wie gut es die Kolleginnen und Kollegen bei den Alexianern haben. Hier arbeiten wir mit einem spürbar höheren Stellenschlüssel und es herrscht ein gutes Arbeitsklima – ohne Übertreibung eine familiäre Atmosphäre.

Bei allen positiven Erfahrungen gab es doch sicher auch Zweifel am eingeschlagenen Weg …

Ich hatte nie wirklich den Gedanken, einen anderen Karriereweg einschlagen zu müssen. Natürlich gibt es Zeiten, in denen man notgedrungen einspringen muss, weil Kolleginnen und Kollegen krank sind. Manchmal wusste ich zudem nicht, wie alles zu schaffen ist, zumal ich auch viel organisatorisch regeln muss. Aber das sind Momente, die jeder auch in anderen Berufen zu überstehen hat.

Es ist schön, ein paar Tage in der Woche frei zu haben, um viele Dinge zu erledigen.

Natascha Fux

Sie sind jetzt seit einiger Zeit in Leitungsfunktion. Ist das nicht eine große Herausforderung?

Ich habe mich auch immer parallel weitergebildet. Das gibt ein großes Maß an Sicherheit, denn ich bin ja trotz der Stationsleitung mit allen damit verbundenen Aufgaben immer noch in die Pflege der Patientinnen und Patienten eingebunden, was mir auch wichtig ist. Diese Führungsaufgabe ist auch keine Frage des Geldes. Das hätte ich auch mit dem Ableisten von mehr Nachtdiensten haben können. Es ist die Möglichkeit, die Pflegeorganisation auf der Station aktiv mitgestalten zu können. Das reizt mich total.

Haben Sie noch Freizeit neben dem Beruf?

Natürlich! Ich habe zwei Hunde, fahre leidenschaftlich gerne Inliner, bin regelmäßig im Fitnessstudio, pflege Haus und Garten und habe obendrein noch ein Pferd. Das geht alles prima. An Feiertagen zu arbeiten, ist nicht immer schön. Manches Wochenende bei der Arbeit muss man in Kauf nehmen. Umso schöner ist, ein paar Tage in der Woche frei zu haben, um viele Dinge zu erledigen. Mit bestimmten Diensten im Vorfeld, wie etwa Nachtschichten, kann ich sogar den Urlaub verlängern. Die klassische Fünf-Tage-Woche anderer Berufe kann ich mir gar nicht mehr vorstellen.

Aber Sie können sicher nicht machen, was Sie wollen. Sie haben ja auch Kolleginnen und Kollegen mit gewissen Vorstellungen …

Ja, so ist das. Die Patientenversorgung geht über alles und auf der Basis verteilen wir die Dienste möglichst gerecht. Dafür gibt es zum Beispiel ein Wunschbuch, wann jemand einen freien Tag oder einen bestimmten Dienst braucht. Das klären wir im Team und haben die verschiedenen Belange immer irgendwie in Einklang gebracht.

Sie leben in Viersen. Welche Rolle spielt die Entfernung des Arbeitsplatzes für Sie?

So gut wie keine. Die Qualität meines Arbeitsplatzes, das Aufgabenspektrum und die Atmosphäre sind viel entscheidender. Ich wohne ländlich und das brauche ich.

Sie haben zahlreiche Weiterbildungen gemacht, „basteln“ gerade an der Fachweiterbildung Intensiv-/Anästhesiepflege. Was können Sie aus Ihrer fachlichen und menschlichen Sicht jungen Menschen bei der Berufswahl Richtung Pflege raten?

Es ist immer gut, erst einmal reinzuschnuppern, zum Beispiel mit einer zwei-, dreitägigen Hospitation. Es darf auch gerne ein Praktikum sein. Die Alexianer fördern diese Möglichkeiten sehr. Es eröffnet sich dann ein extrem weites Feld an beruflichen Optionen. Es gibt spezielle Weiterbildungen wie zum Beispiel Intermediate Care als besondere Form der Intensivpflege oder Wundmanagement und vieles mehr. Letztlich kann man auch gut in patientenfernere Aufgabengebiete wechseln oder sich in Bereichen mit anderen Arbeitszeiten engagieren.

Was haben Sie persönlich noch vor?

Die Stationsleitung mache ich ja noch nicht so lange. Das ist eine Herausforderung, die mich im positivsten Sinn ausfüllt. Aber ich blicke auch nach vorne. Jetzt mache ich die Fachweiterbildung, wie Sie schon richtig erwähnten. Perspektivisch möchte ich dann studieren, „Sozialmanagement“ oder „Advanced Nursing Practice“ im dualen System. Ich blicke gerne nach vorne und der Pflegeberuf hilft mir dabei.


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