Wir in der Pflege: Pflegebotschafterin Romina Flocken stellt sich vor

Lesen Sie hier unser Interview mit der Pflegebotschafterin Romina Flocken in voller Länge (Erstveröffentlichung Dezember 2021). 

Romina Flocken, Jahrgang 1989, ist examinierte Gesundheits- und Krankenpflegerin. Die Ausbildung leistete sie in der Alexianer Akademie für Pflege in Krefeld in den Jahren 2008 bis 2011. Nach nunmehr zehn Jahren Krankenpflege auf der Wahlleistungsstation für Innere Medizin und Neurologie startete sie im Sommer 2021 als zentrale Praxisanleiterin in der Akademie für Pflege.

Wie kamen Sie auf die Idee, einen Pflegeberuf zu ergreifen?

Tatsächlich wollte ich schon sehr früh etwas „Soziales“ machen. Nach der Schule habe ich mich schlau gemacht, welche Ausbildung zu mir passt, weil ich einen guten Überblick über die späteren Möglichkeiten erlangen wollte. Die Ausbildung zur Sozialhelferin war zu der Zeit genau richtig. Sie gab einen guten Überblick über das, was ich letztlich machen wollte. Es gab vier verschiedene Praxisinhalte: Heilerziehungspflege, Erzieherin, Altenpflege und Krankenpflege. Da steckte alles drin, die Arbeit mit Kindern, Menschen mit Behinderungen, älteren und kranken Menschen.

Und mit diesen Erfahrungen entschieden Sie sich dann für eine weitere Ausbildung in der Gesundheits- und Krankenpflege?

Ja, genau. Ich hatte festgestellt, dass ich sehr gerne mit Menschen arbeite, um deren Ressourcen individuell zu fördern und dabei die eigene Fachlichkeit einbringen zu können. Das ist natürlich auch in den anderen Bereichen gegeben, aber in der Gesundheits- und Krankenpflege gibt es eine große Spannbreite, von der Pflege an sich bis hin zur Berücksichtigung häuslicher Verhältnisse und der Prophylaxe.

Sie sind in Mönchengladbach geboren, aufgewachsen und leben noch immer dort. Warum entschieden Sie sich dennoch für Krefeld?

Vor der Entscheidung stand die Recherche. Ich habe erst einmal geprüft, wie die Ausbildungsstätten und -träger so „ticken“. Einzig bei den Alexianern in Krefeld hatte ich das Gefühl, hier wirklich arbeiten zu wollen. Die Gespräche waren sehr persönlich. Man ist auf mich eingegangen, hat mich als Person wahrgenommen.

Ich hatte festgestellt, dass ich sehr gerne mit Menschen arbeite, um deren Ressourcen individuell zu fördern.

Romina Flocken

Sie waren jetzt zehn Jahre im Stationsbetrieb mit vielen unterschiedlichen Fachrichtungen. Was haben Sie aus dieser Zeit mitgenommen?

Der Schwerpunkt lag auf der Inneren Medizin mit zumeist sehr alten Patientinnen und Patienten. Diese Arbeit habe ich sehr gerne gemacht. Die Kombination aus Krankenpflege und Anleitung der Auszubildenden auf der Station war genau das Richtige für mich.

Und dann sind Sie doch in ein völlig anderes Berufsfeld gewechselt?

Als so völlig anders empfinde ich das gar nicht. Schon auf der Station habe ich mit Auszubildenden gearbeitet. Jetzt bin ich lediglich in die zentrale Rolle als Praxisanleiterin bei der Alexianer Akademie für Pflege gestartet. Ich komme nun auf mehrere Stationen und habe über die Auszubildenden auch Kontakt mit den Patientinnen und Patienten.

War der Schichtdienst, den Sie jetzt nicht mehr machen müssen, ein Grund für den Wechsel?

Definitiv nein. An meiner Arbeit in der Krankenpflege hatte ich nie grundsätzliche Zweifel. Natürlich gab es auch weniger gute Tage, wenn es zum Beispiel stressig wurde. Aber das gibt es auch anderswo. Tatsächlich brauchte ich nach zehn Jahren etwas Neues, habe sogar über eine Stelle in Mönchengladbach nachgedacht. Dann kam das Angebot der Akademie, die Möglichkeit der zentralen Praxisanleitung. Aus der Vorerfahrung auf der Station ist das genau mein Ding und ich habe zugegriffen.

Jetzt mit geregelten Arbeitszeiten …

Ja, und (mit einem Lächeln) ohne Aufstockungsmöglichkeit der Finanzen durch zusätzliche Dienste. Schichtarbeit war für mich, und das trifft für viele Kolleginnen und Kollegen zu, sogar positiv, weil die Arbeitszeiten abwechslungsreich sind und ich dennoch individuelle Regelungen mit der Station treffen konnte. Jede Arbeitszeitregelung hat ihre Vor- und Nachteile. Die Betreuung einer Fußballmannschaft habe ich letztlich aufgeben müssen und die Wochenenddienste sind auch immer wieder mal Thema. Aber meine Hobbys konnte ich immer gut mit dem Beruf in Einklang bringen, auch die Versorgung meines Hundes.

Aus der Vorerfahrung auf der Station ist die Praxis-Anleitung genau mein Ding und ich habe zugegriffen.

Romina Flocken

Sie hatten ja schon erwähnt, dass Sie die Alexianer als Arbeitgeber schon früh überzeugt haben. Wie würden Sie das heute beschreiben?

Mein erster positiver Eindruck hat sich mit den Jahren bestätigt und gefestigt. Es ist schon erstaunlich, dass ich in einem so großen Krankenhaus gefühlt fast jeden kenne. Ich kann hier vieles mitentscheiden und werde ernstgenommen. Man hilft sich gegenseitig und bietet auch Hilfe an. Natürlich muss jeder seine beruflichen Vorstellungen mit den Möglichkeiten im Unternehmen abgleichen, aber es ist wunderbar, gerade bei den Alexianern so vielfältige Perspektiven für die eigene berufliche Entwicklung zu erhalten.

Welche Botschaft möchten Sie jungen Menschen vermitteln, die einen sozialen Beruf in Betracht ziehen?

Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass der Pflegeberuf an sich schon sehr vielseitig ist und die Entwicklungsmöglichkeiten schier unendlich. Man kann seine Arbeit häufig selbst gestalten, wie zum Beispiel in der ambulanten Pflege. Die kollegialen Teams bestehen aus unterschiedlichen Berufsgruppen, die sich auf Augenhöhe um die Behandlung und Pflege der Patientinnen und Patienten kümmern. Und letztlich bringt das direkte Arbeiten mit den Patienten eine große Zufriedenheit. Wer also gut soziale Kontakte knüpfen kann und zum ständigen Lernen der theoretischen Grundlagen bereit ist, sollte diesen Weg einschlagen.


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