Sensibel beraten und behandeln

Nicht alle Beschwerden am After werden durch Hämorrhoiden verursacht. Neben den klassischen proktologischen Eingriffen bei Hämorrhoiden, Fisteln, Fissuren oder Abszessen behandeln wir auch komplexe Erkrankungen des Analbereichs, wie die Inkontinenz und bösartige Erkrankungen.

Oftmals führt das persönliche Schamgefühl dazu, dass Patientinnen und Patienten sich erst nach einer langen andauernden Beschwerdezeit bei einem Spezialisten vorstellen. Die Behandlung und Beseitigung der Beschwerden wird daher oft unnötig lange verzögert. Wir behandeln Sie diskret und sensibel. 

Mein Ziel ist es, in diesem extrem sensiblen Bereich das Höchstmaß an individueller Lebensqualität für jeden Patienten zu erreichen.

Dr. (IR) Faramarz Pakravan, Ärztlicher Leiter 

Beschwerden, Entstehung, Therapien: Wir informieren

Eine Analfissur ist ein länglicher, oft schlecht heilender Riss im Analkanal, der meist zum Steißbein hin gelegen ist. Am äußeren Rand der Wunde kann sich ein kleiner schmerzhafter Knoten (Vorpostenfalte) entwickeln. Die Analfissur läßt sich häufig allein durch die klinische Untersuchung diagnostizieren.

Symptome:

  • Starker Schmerz bei und nach dem Stuhlgang
  • Krampfhafte Verengung des Afters
  • Bleistiftdünner Stuhl
  • Leichte Blutung

Entstehung:

Ein plötzlich auftretender harter Stuhl kann zum Einreißen der Schleimhaut des Analkanals führen. Das kommt häufig vor, wenn der Stuhl bis dahin immer sehr breiig war. Auch vergrößerte Hämorrhoiden, die zu einer schlechten Durchblutung des Afters führen, begünstigen das Auftreten einer Fissur.

Eine Analfissur führt in Folge der Schmerzen zu einer Verkrampfung des Schließmuskels und damit zu einer Verschlechterung der Durchblutung. Daher heilt sie meist nicht von alleine ab.

Therapie:

Es ist wichtig, die Verkrampfung des Afters zu beseitigen, um dadurch die Durchblutung zu verbessern und so die Abheilung der Fissur zu ermöglichen. Man erreicht das mit Hilfe von:

  • Einmassieren von Salben in die Fissur mit dem Finger
  • Warmen Sitzbädern
  • Geformtem Stuhl

Erst wenn diese Maßnahmen nicht zum Erfolg führen, muss über eine Operation gesprochen werden.

Ein Analabszess ist eine eitrige Entzündung in der näheren Umgebung des Afters. Der Abszess kann dicht unter der Haut, aber auch tief im Gewebe auftreten. Oft ist es nicht einfach, den Abszess rechtzeitig zu erkennen.
Besonderes im Anfangsstadium, wenn sich die Beschwerden noch nicht voll entwickelt haben, kann die richtige Diagnose Schwierigkeiten bereiten. Das ist auch bei sehr tief im Gewebe liegenden Abszessen der Fall.

Symptome:

  • Langsam zunehmende, dumpfe, starke Schmerzen
  • Erhöhte Temperaturen
  • Schüttelfrost
  • Allgemeines Krankheitsgefühl

Entstehung:

Die Entzündung entsteht häufig im Bereich der Afterdrüsen. Im Verlauf kann sich eine faustgroße Eiteransammlung entwickeln. Auch im Verlauf einer chronisch entzündlichen Darmerkrankung (z. B. bei Morbus Crohn) kann ein Abszess entstehen.

Therapie:

Ein Abszess muss sobald wie möglich operativ eröffnet werden. Dies sollte in einer Kurznarkose und nicht in einer lokale Betäubung durchführt werden. Die entzündlichen Veränderungen werden großzügig ausgeräumt, sodass eine Abheilung möglich ist. Dieses Vorgehen beugt dem Auftreten weiterer Abszesse und Analfisteln am besten vor. Nach dem Eingriff ist der Patient bis auf den Wundschmerz beschwerdefrei. Die Abheilung der Wunde kann 6 – 8 Wochen in Anspruch nehmen. In dieser Zeit sollte die Wunde mehrfach täglich ausgeduscht und mit Kompressen und einer Wundsalbe versorgt werden.

Analfisteln stellen Verbindungen zwischen dem unteren Enddarm oder dem Analkanal und der äußeren Umgebung des Afters dar. Sie sind röhrenförmige Gänge, die bei entzündlichen oder eiternden Erkrankungen auftreten können.

Symptome:

  • Nässen, Schmieren
  • Eitern
  • Blutung
  • Analekzem
  • Druckschmerz
  • Fremdkörpergefühl

Entstehung:

Analfisteln treten häufig gemeinsam mit einem Analabszess auf, der sich über den Fistelgang entleert. Die Fistel kann sich aber auch fast unbemerkt entwickeln und macht sich nur durch leichte Symptome wie Nässen, Schmieren in der Analregion und eine verunreinigte Unterwäsche bemerkbar. Bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen, insbesondere bei Morbus Crohn, können Fisteln auftreten. Auch nach Operationen im After- oder Enddarmbereich kann es zum Auftreten von Fisteln kommen.

Therapie:

Bis eine Fistel ärztlich versorgt wird, sollten Eiter und Feuchtigkeit durch Kompressen oder Watte abgefangen werden. Sonst wird die Haut um den After ständig gereizt und führt zu einem hartnäckigen Analekzem mit oft unerträglichem Juckreiz.

Eine Fistel heilt leider nicht von selbst ab. Sie kann sich ausdehnen und eine Zerstörung der Schließmuskulatur verursachen. Zusätzlich stellt sie einen chronisch entzündlichen Herd im Organismus dar, der auch zu einer Miterkrankung anderer Organe führen kann.

Zur Heilung einer Fistel ist eine Operation erforderlich, wobei oberstes Ziel der Erhalt der Schließmuskelfunktion ist. In vielen Fällen kann die Fistel gespalten werden. Bei sogenannten hohen Analfisteln wird eine Fistelentfernung mit Schleimhaut-/ Hautplastik und Schließmuskelrekonstruktion durchgeführt. Eine neue Möglichkeit, Analfisteln unter Schonung des Schließmuskels zu behandeln, bietet der Verschluss der Fistel durch einen Analfistelplug. Dieses aktuelle Verfahren kommt bei geeigneten Patienten ebenfalls regelmäßig zur Anwendung.

Chronisch entzündliche Darmerkrankungen (Colitis ulcerosa, Morbus Crohn) können im gesamten Dickdarm auftreten oder auch einzelne Anteile befallen. Der Morbus Crohn ist darüber hinaus bevorzugt in den unteren Dünndarmabschnitten zu finden.

Bei diesen Erkrankungen ist ein Verlauf in Schüben typisch. Es kann ohne besondere Maßnahmen oder Medikamente zu einem vollkommenen Abklingen der Beschwerden kommen. Andererseits kann sich die Erkrankung auch trotz einer intensiven medikamentösen Behandlung therapeutisch als ausgesprochen schwer zugängig erweisen. Bei jahrelangem Verlauf muss bei der Colitis ulcerosa mit dem Übergang in Darmkrebs gerechnet werden.

Symptome:

  • Durchfälle (10 – 20x/Tg.)
  • Blut oder blutige Schleimbeimengungen zum Stuhl
  • Krankheitsverlauf in Schüben
  • Bauchschmerzen
  • Völlegefühl
  • Blähungen
  • Miterkrankungen anderer Organe möglich (z. B. Augen, Haut, Gelenke, After)

Therapie:

Zunächst werden das Ausmaß und die Ausdehnung der Erkrankung durch eine Darmspiegelung genau erfasst. Eventuell sind im Anschluss noch weitere Untersuchungen erforderlich. Davon hängt die Art der medikamentösen Behandlung ab. Wenn nur die unteren Darmabschnitte betroffen sind, kommt man meist mit Zäpfchen oder Einläufen zum Ziel. Sonst muss die Behandlung mit Tabletten vorgenommen werden. Häufig müssen die Medikamente über sehr lange Zeiträume eingenommen werden, zum Teil auch dauerhaft.

Nur bei wenigen Patienten bringen diätetische Maßnahmen eine Besserung. Operative Eingriffe sind bei Komplikationen (Abszess, Darmverengung) oder bei besonders schwerem Verlauf und Krebsentstehung notwendig.

Bei Darmkrebs handelt es sich um eine bösartige Geschwulstbildung, die unbehandelt zum Tode führt. Am häufigsten tritt der Darmkrebs in den unteren Darmabschnitten auf. Allein in Deutschland erkranken jährlich mehr als 50.000 Menschen an Darmkrebs. Damit gehört er sowohl bei Männern als auch bei Frauen zu den häufigsten Krebsarten. Bei einer frühzeitigen Erkennung ist eine komplette Heilung möglich.

Begünstigend für das Auftreten des Dickdarmkrebses scheint eine ballaststoffarme und fettreiche Ernährung zu sein. Dafür spricht auch, dass durch eine konsequente Einnahme bestimmter Ballaststoffe in Form von Weizenkleie oder anderen Vollkornprodukten das Risiko, an Darmkrebs zu erkranken, gesenkt werden kann.

Symptome:

  • Veränderte Stuhlfestigkeit und – häufigkeit
  • Wechsel von Durchfall und Verstopfung
  • Unregelmäßig Blut und Schleim beim Stuhl
  • Gefühl einer unvollständigen Stuhlentleerung
  • Nässen
  • Schmieren
  • Unkontrollierter Abgang von Stuhl und Winden

Entstehung:

Darmkrebs entsteht fast immer auf dem Boden zunächst gutartiger Dickdarmpolypen. Diese können bei zunehmendem Wachstum nach Jahren in Dickdarmkrebs übergehen.

Vorbeugung:

  • Ballaststoffreiche Kost
  • Kalorien- und fettreiche Nahrung meiden
  • regelmäßig eine Darmspiegelung durchführen lassen

Darmkrebs kann vermieden werden, wenn Polypen, die bei einer Darmspiegelung festgestellt werden entfernt werden. Damit ist die Gefahr beseitigt und die Entwicklung zum Darmkrebs verhindert worden.

Therapie bei Darmkrebs:

Der erkrankte Darmabschnitt muss operativ entfernt werden. Die beiden gesunden Enden werden wieder miteinander verbunden.

Leider kann die Operation in keinem Fall die Heilung garantieren. Medikamentöse Behandlungen zur Heilung einer bösartigen Darmerkrankung sind mit Ausnahme des Afterkrebses bisher nicht bekannt.

Darmpolypen sind gutartige Neubildungen der Schleimhaut. Sie treten im gesamten Dickdarm auf. In sehr seltenen Fällen kann der gesamte Darm Hunderte von Polypen aufweisen (Polyposis coli).

Polypen können nach einigen Jahren bösartig werden und zu Darmkrebs führen!

Symptome:

Häufig: Keine
Sonst:

  • Schleimabsonderungen
  • Blut im Stuhl
  • Wechsel von Durchfall mit Verstopfung
  • Leibschmerzen

Empfehlung!

Wenn Blut oder Schleim beim Stuhlgang auftreten – sollte unbedingt eine Darmspiegelung zur Klärung der Ursache vorgenommen werden. Diese sollte ebenfalls vorgenommen werden, wenn sich Veränderungen im Stuhlgangsverhalten einstellen, z. B. wenn häufiger Durchfall auftritt, als dies früher der Fall gewesen ist.

Vorbeugung:

  • Ballaststoffreiche Ernährung einhalten
  • Fett- und kalorienreiche Speisen meiden
  • Auf Stuhlunregelmäßigkeiten achten
  • Stuhl auf Blut und Schleim ansehen
  • Regelmäßige Durchführung der Darmspiegelung, besonders wenn bei Familienmitgliedern Polypen oder Darmkrebs bekannt sind.

Therapie:

Wenn bei der Darmspiegelung Polypen festgestellt werden, können diese in den meisten Fällen direkt mit einer „elektrischen Schlinge“ abgetragen werden. Nur in Ausnahmefällen ist eine Abtragung im Krankenhaus erforderlich, z. B. bei besonders großen Polypen oder bei sehr schweren Begleiterkrankungen.

Feigwarzen können in unterschiedlicher Größe vorkommen; meistens in der Anal- oder Genitalregion. Man findet Knötchen, die oft zu Hunderten rasenartig die Haut bedecken und auch im Analkanal auftreten können. Manche Knötchen haben ein hahnenkammartiges Aussehen. Sie neigen dazu, an Größe zuzunehmen. Das kann, wenn man sie nicht behandelt, zu riesigen Knoten führen, die den ganzen After wie einen Blumenkohl umrahmen. In seltenen Fällen können die Knoten auch bösartig werden. Deswegen sollte man sie, auch wenn sie kaum oder gar keine Beschwerden machen, rechtzeitig entfernen.

Symptome:

  • Jucken
  • Nässen
  • übelriechende Absonderungen
  • Fremdkörpergefühl
  • Nachschmieren

Entstehung:

Feigwarzen sind auf eine Viruserkrankung zurückzuführen. Häufig werden sie durch den Geschlechtsverkehr übertragen. Aber auch Schmierinfektionen, z.B. über gemeinsam benutzte Handtücher, kommen in Betracht, so dass in seltenen Fällen auch Kleinkinder betroffen sein können.

Therapie:

Kleinere Feigwarzen können zunächst medikamentös behandelt werden. Größere oder sehr viele Condylome müssen operativ entfernt werden. Nach der Entfernung muss auf eine sorgfältige Analhygiene geachtet werden.

Hämorrhoiden sind Blutadergeflechte, die unter der Schleimhaut liegend, wie weiche Kissen den oberen Analkanal ringförmig auskleiden. Hämorrhoiden liegen bei jedem Menschen vor! Wenn sie sich im Analkanal vergrößern und langsam nach außen gedrückt werden, können Beschwerden auftreten.

Symptome:

  • Blut am Stuhl, Toilettenpapier oder in der Wäsche
  • Jucken, Nässen, Schmieren
  • Fremdkörpergefühl
  • Gefühl einer unvollständigen Entleerung
  • Druckschmerz
  • Vorfallende Knoten beim Stuhlgang

Entstehung:

  • Chronische Verstopfung
  • Harter Stuhl
  • Langes Pressen
  • Durchfallartiger Stuhl
  • Abführmittelgebrauch
  • Übergewicht
  • Sitzende Lebensweise und Bewegungsmangel
  • Schwangerschaft
  • Veranlagung, Bindegewebsschwäche

Als Hauptursache der Erkrankung wird eine Auflösung der Verbindungsfasern zwischen den oberflächlichen und tiefen Schichten des Analkanals und unteren Mastdarms angesehen. Dadurch kommt es zur Verlagerung der genannten Strukturen. Vorfallende Hämorrhoiden stellen also nur die Spitze des Eisberges dar. Bei ihrer Behandlung muss man also genau diese Verlagerung berücksichtigen. Außerdem darf man ihre Rolle bei der Feinkontinenz nicht außer Acht lassen.

Bei der Diagnostik des Hämorrhoidalleidens spielt die Anamneseerhebung eine große Rolle. Danach folgen die proktologischen Untersuchungen inkl. Schließmuskeldruckmessung, Ultraschalluntersuchung und evtl. Dickdarmspiegelung.

Therapie:

Das Behandlungsziel ist die Beseitigung der Strukturenverlagerung nach unten/aussen inkl. Verkleinerung und Befestigung der Hämorrhoiden im Analkanal.

Konservative Therapie:

Wir führen nach Möglichkeit zunächst eine konservative Therapie über einen Zeitraum von 3 Monaten durch. Diese beinhaltet:

  • Mit einer ballaststoffreichen Ernährung für weichen, geformten Stuhl sorgen
  • Keine Abführmittel verwenden
  • Pressen beim Stuhlgang vermeiden
  • Auf eine sorgfältige Analhygiene achten

Operative Therapie:

Wenn die konservative Behandlung nicht erfolgreich ist, favorisieren wir die transanale offene Hämorroidopexie. Diese Methode berücksichtigt aktuelle pathophysiologische Erkenntnisse, ist einfach durchführbar und gewebeschonend. Außerdem kann sie im Gegensatz zur Stapler-Op nach Longo komplett unter Sicht durchgeführt werden. Die transanale offene Hämorrhoidopexie und die Stapler-OP nach Longo können ambulant oder auch stationär durchgeführt werden, wobei individuelle Risikofaktoren bzw. Begleiterkrankungen berücksichtigt werden.
Ist die Gewebeverlagerung zu ausgeprägt, sodass ein kompletter innerer Vorfall des Mastdarms (Rektumprolaps) und/oder eine Aussackung der Darmwand (Rektocele) bestehen, ist eine transanale offene Hämorrhoidopexie oder Stapler-Op nach Longo nicht ausreichend.
Die Patienten leiden dann häufig unter dem Gefühl der unvollständigen Entleerung, müssen stark Pressen oder gehen sehr häufig auf die Toilette. Diese Symptomatik stellt eine bestimmte Form der Verstopfung dar, die durch eine Schwäche der Beckenbodenmuskulatur entstanden ist. Sie wird als Obstruktions-Defäkations-Syndrom (ODS) bezeichnet.
In diesen Fällen führen wir die S.T.A.R.R.-Operation durch. Bei diesem Verfahren wird die Gewebeverlagerung, also der untere Abschnitt des Mastdarms komplett entfernt. Der normale Anteil des Enddarms wird gleichzeitig zusammengeklammert.
Dieser Eingriff wird unter stationären Bedingungen durchgeführt.

Bei einer Schließmuskelschwäche können Stuhl, Winde und Schleim nicht mehr unter Kontrolle gehalten werden. Auch ist es nicht möglich, Winde und Stuhl sicher zu unterscheiden. Meist stellt sich eine solche Schließmuskelschwäche langsam ein und wird lange Zeit überhaupt nicht bemerkt. Bei einem geformten, festen Stuhl hat nämlich auch ein schwacher Schließmuskel keine größeren Schwierigkeiten, seine Funktion zu erfüllen.

Symptome:

  • Verschmutzte Wäsche
  • Jucken, Brennen, Nässen
  • Geruchsbelästigungen
  • Ungewollter Stuhlabgang

Entstehung:

  • Altersbedingte Gewebelockerung mit Verminderung der Schließmuskelmasse
  • Langjährige Stuhlverstopfung mit starkem Pressen
  • schwere Geburten mit Dammriss
  • Operationen
  • Verletzungen

Therapie:

Häufig lässt sich die Schließmuskelschwäche durch Schließmuskeltraining und Beckenbodengymnastik vollständig beheben. Der Schließmuskel lässt sich wie jeder andere Muskel trainieren, wobei ein tägliches Training erforderlich ist. Als zusätzlich unterstützende Maßnahme des Schließmuskeltrainings und der Beckenbodengymnastik bietet sich das Biofeedback-Training an. Hierbei handelt es sich um aktive Muskelübungen, die optisch auf einem Bildschirm dargestellt werden. Der Vorteil dieser Trainingsmethode besteht darin, daß zu erkennen ist, ob das Training richtig durchgeführt wird und mit der Zeit zu einer Besserung führt.

Operative Maßnahmen:

Wenn durch die oben genannten Behandlungsmaßnahmen kein Erfolg zu erreichen ist, kommen operative Methoden in Frage. Durch eine elektrische Stimulation der den Schließmuskel versorgenden Sakralnerven („SNS“) kann in vielen Fällen die Schließmuskelschwäche vollständig beseitigt werden. 

Bei Patienten, die für diese OP-Technik nicht geeignet sind, kann ein künstlicher magnetischer Schließmuskel eingesetzt werden. 

Marisken sind knotige, nicht schmerzhafte Hautfalten, die einzeln oder auch zu mehreren rund um den After auftreten können. Solche Knoten/Hautfalten werden von vielen Patienten fälschlicherweise für Hämorrhoiden gehalten.

Symptome:

  • Jucken,
  • Brennen,
  • Nässen,
  • Fremdkörpergefühl
  • Reinigungsprobleme

Therapie:

  • Sorgfältige Analhygiene
  • Trockenhalten der Haut
  • Hautpflegende Salben
  • Stuhlregulierung

Wenn Hautfalten keine Beschwerden verursachen, besteht keine Notwendigkeit, sie operativ zu entfernen. Allerdings ist eine sorgfältige Untersuchung erforderlich, um sicherzustellen, daß keine weitere Erkrankung des Afterbereichs vorliegt.

Der Mastdarmvorfall tritt als sichtbare Ausstülpung des Mastdarmes nach außen auf. In der frühesten Ausbildung bildet sich diese Ausstülpung spontan zurück und tritt nur während des Stuhlgangs auf. Im weiteren Verlauf kann der Vorfall nur noch manuell zurückgeschoben werden. Eine Schwäche der Schließmuskulatur begleitet dieses Geschehen häufig. Beide Geschlechter sind vom Mastdarmvorfall betroffen, Frauen jedoch häufiger.

Entstehung:

• Chronische langjährige Verstopfung
• Starkes Pressen zur Stuhlentleerung
• Erschlaffung der Bandaufhängung des Mastdarms
• Geburtstraumen
• Neurologische Ursachen

Symptome:

• Sichtbare Ausstülpung
• Nässen
• Schmieren
• Schleim-, Blutabgänge
• Stuhlinkontinenz

Therapie:

In der Frühphase bei kleinem Vorfall:

• Stuhlregulation
• Pressen beim Stuhlgang vermeiden
• Aktives Beckenboden- und Schließmuskeltraining
• Biofeedtraining

Bei ausgeprägtem Befund:

Es gibt viele Verfahren zur chirurgischen Therapie des Mastdarmvorfalls. Der behandelnde Arzt muss neben der Ausprägung und den erhobenen Untersuchungsbefunden, vor allen Dingen auch das Alter des Patienten und dessen körperliche Verfassung berücksichtigen. Grundsätzlich wird zwischen einer lokalen chirurgischen Vorgehensweise, z. B. Op nach Rehn-Delorme (Schleimhaut- und Muskelraffung des Mastdarms), die in der Regel wenig belastend und damit auch für ältere Menschen geeignet ist, und operativen Verfahren über einen Bauchschnitt, die einen weitaus höheren Aufwand darstellen, unterschieden.Bei fortgeschrittenem Befund, und wenn die nicht-operative Therapie keine Besserung bringt, kann eine Operation erforderlich werden. Es gibt viele Verfahren zur chirurgischen Therapie des Mastdarmvorfalls. Der behandelnde Arzt muss neben der Ausprägung und den erhobenen Untersuchungsbefunden vor allen Dingen auch das Alter des Patienten und dessen körperliche Verfassung berücksichtigen. Grundsätzlich wird zwischen einer lokalen chirurgischen Vorgehensweise, z. B. OP nach Rehn-Delorme (Schleimhaut- und Muskelraffung des Mastdarms) oder einer PSP-Operation (Peranal Stapled Prolapse Resection), die in der Regel wenig belastend und damit auch für ältere Menschen geeignet ist, und operativen Verfahren über einen Bauchschnitt, die einen weitaus höheren Aufwand darstellen, unterschieden.

Das Obstruktions-Defäkations-Syndrom bezeichnet eine Form der Verstopfung, die meistens bei Frauen auftritt und in vielen Fällen durch eine Schwäche der Beckenbodenmuskulatur entstanden ist. Häufig besteht ein kompletter innerer Vorfall des Mastdarms (Rektumprolaps) und/oder eine Aussackung der Darmwand (Rektocele).

Symptome:

  • Stuhlentleerung erst nach Einnahme von Klistieren oder Abführmitteln
  • Stuhlentleerung nur mit Hilfe der Finger möglich
  • Verstärktes Pressen
  • Gefühl einer unvollständigen Entleerung
  • Häufige Toilettengänge
  • Druckgefühl

Therapie:

Konservative Therapie:

Zunächst sollte eine konservative Therapie durchgeführt werden. Diese beinhaltet:

  • Mit einer ballaststoffreichen Ernährung für weichen, geformten Stuhl sorgen
  • Pressen beim Stuhlgang vermeiden
  • Aktives Beckenbodentraining, evtl. unterstützt durch eine Biofeedtherapie

Operative Therapie:

Wenn die konservative Behandlung nicht erfolgreich ist, kann eine chirurgische Korrektur der strukturellen Veränderungen des Enddarms durchgeführt werden.

In diesen Fällen führen wir die S.T.A.R.R.-Operation durch. Bei diesem Verfahren wird die Gewebeverlagerung, also der untere Abschnitt des Mastdarms komplett entfernt. Der normale Anteil des Enddarms wird gleichzeitig zusammengeklammert.

Dieser Eingriff wird unter stationären Bedingungen durchgeführt.

Bei einer Steißbeinfistel liegen ein oder mehrere Fistelkanäle im Bereich der Gesäßfurche vor, die in Verbindung zu einem kleinen Hohlraum auf dem Steißbein stehen, der Steißbeinzyste (Sinus pilonidalis). Die äußeren Fistelöffnungen findet man meist etwa 10 – 12 cm vom After entfernt. Selten trifft man sie mehr als 1 – 2 cm neben der Gesäßfurche an. Die Steißbeinfistel entwickelt sich oft ohne besondere Schmerzen und fällt nur auf, weil die Wäsche immer wieder verschmutzt ist. Eine Steißbeinfistel heilt nicht ab, auch wenn lange Zeit keine Beschwerden bestehen.

Symptome:

  • Nässen, Schmieren
  • Eiter- und/oder Blutabsonderungen
  • Beschmutzung der Wäsche durch Wundsekret
  • Jucken/Brennen
  • Schmerzen

Bei erstmaliger Feststellung einer Steißbeinfistel liegt häufig eine eitrige Entzündung (Abszess) vor. Im Gegensatz zu den Analfisteln besteht keine Verbindung zum Analkanal.

Die Fisteln bzw. Abszesse entstehen durch Einwachsen von Haaren beim Aneinanderreiben der beiden Gesäßhälften. Gefördert wird dies durch Schweißbildung in dieser Region. Männer mit starker Behaarung im Bereich des Afters sind besonders gefährdet.

Therapie:

Vorbeugen:

  • Speziell bei starker Behaarung sollten die Haare entfernt werden.
  • Bei starker Schweißbildung und sitzender Tätigkeit: täglich Reinigung mit Wasser
  • Vermeidung von Kunststoffsitzen
  • Benutzung von Baumwollwäsche

Bei bestehender Fistel:

  • Operation

Um eine bestehende Steißbeinfistel zu heilen, ist eine Operation erforderlich. In vielen Fällen kann ein kleiner, minimal invasiver Eingriff durchgeführt werden, das sog. „Pit Picking“. Hierbei werden alle Fistelöffnungen knapp ausgeschnitten, sodaß Wunden von nur wenigen Millimetern Größe entstehen. Die Entzündung kann dann über diese Öffnungen abheilen, die Wunden schließen sich von selbst. Mehr als 90% aller Steißbeinfisteln können mit dieser Technik geheilt werden. Die Operation kann ambulant in unserer Praxis unter Narkose durchgeführt werden.

In den Fällen, in denen der Befund zu groß für dieses Verfahren ist, wird die Steißbeinzyste komplett entfernt und die Wunde plastisch vernäht (Verfahren nach Karydakis). In seltenen Fällen muß die Wunde offen gelassen werden, die Abheilung dauert dann mehrere Wochen.


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