Beschwerden bei Kindern und Jugendlichen
Bei den meisten Kindern und Jugendlichen gehen Beschwerden, die als eine normale Reaktion auf nicht „normale“ Erlebnisse zu verstehen sind, nach einigen Wochen und Monaten wieder zurück. Bei anderen Kindern zeigen sich Beschwerden erst nach einem größeren zeitlichen Abstand.
Bei guter und angemessener Unterstützung sind die meisten betroffenen Kinder und Jugendlichen in der Lage auch erschütternde Erfahrungen gut zu verarbeiten.
Dennoch können auch Traumatisierungen bei Kindern und Jugendlichen entstehen, die sich nachhaltig negativ auf ihre weitere Entwicklung auswirken können.
Kinder reagieren allerdings anders als Erwachsene auf sehr belastende Ereignisse.
Jüngere Kinder, z.B.:
- zeigen Schlafschwierigkeiten, unruhigen Schlaf, wollen nur noch bei den Eltern schlafen, schreien im Schlaf und haben Alpträume
- zeigen sich ängstlich, klammern sich an Erwachsene, können sich z. B.nur schwer von den Eltern trennen
- sind fremden Menschen gegenüber ängstlich, überwachsam und ziehen sich zurück
- sind körperlich unruhig und schreckhaft
- zeigen sich traurig und weinerlich
- werden teilweise starr und steif und/oder zittern
- wiederholen im Spiel immer wieder einzelne Teile des erlebten Ereignisses
- verlieren das Interesse am gewohnten Spiel und an Freunden und ziehen sich zurück
- zeigen Abwesenheitszustände, Tagträume… oder plötzliches nicht nachvollziehbares aggressives Verhalten
- auch psychosomatische Beschwerden, wie Bauch-, Kopfschmerzen und Übelkeit, Trink- und Essbeschwerden
- zuvor erlernte Fähigkeiten entwickeln sich scheinbar zurück; das Kind nässt oder kotet wieder ein, spricht in der Babysprache…hat wieder Angst vor Dingen, die es bereits selbständig bewältigen konnte
Ältere Kinder und Jugendliche z.B.:
- zeigen verstärkt Alpträume, Schlafstörungen und zuvor nicht bestehende Ängste
- klagen über Erinnerungsbilder (= Intrusionen), -geräusche, -gefühle, -gerüche und merkwürdige Körperempfindungen
- berichten über Black-outs und Erinnerungslücken
- zeigen sozialen Rückzug, Bedrücktheitsgefühle und Grübelneigung
- entwickeln verstärkte Reizbarkeit bis hin zu „Ausrastern“
- berichten von innerer Unruhe und „Aufgedrehtsein“, teilweise bei gleichzeitiger Erschöpfung und Müdigkeit
- auch neu auftretende Konzentrations- und Aufmerksamkeitsstörungen und plötzliche Leistungseinbrüche in der Schule können Beschwerden sein
- zeigen Selbstverletzendes Verhalten und verändertes Essverhalten
- Je älter die Jugendlichen sind, desto mehr ähnelt das Beschwerdebild dem der Erwachsenen.

weiterempfehlen
drucken