Krefelder Schlafschule

Warum eine Schlafschule?

Die Schlafschule ist wichtig für Patienten mit Schlafstörungen. Anhaltende Störungen des Einschlafens und/oder Durchschlafens, unerholsamer nächtlicher Schlaf und Müdigkeit am Tage können die Schlüsselsymptome unterschiedlicher Krankheitsbilder darstellen.

An den Symptomen der Insomnie (Schlaflosigkeit) leidet nach Repräsentativerhebungen ein Viertel der Bevölkerung in Deutschland zumindest gelegentlich und zehn Prozent häufig oder ständig.

So können vor allem chronische Schlafstörungen zu erheblichen Einbußen der Tagesbefindlichkeit und der Leistungsfähigkeit, zu verminderter sozialer Kompetenz und auch zu vermehrten Unfällen in Haushalt und Beruf führen.

Das sind Gründe genug, rechtzeitig etwas gegen die Entwicklung chronischer Schlafstörungen zu tun. Außerdem führt dieser Verlauf oft zu hohen Ausfallzeiten im Betrieb und der Arzneimittelkonsum steigt.

Für den gesunden Schlaf

Schlaf ist lebenswichtig und ein Grundbedürfnis des Menschen. So selbstverständlich wir feststellen, dass wir fast ein Drittel unseres Lebens mit Schlafen verbringen, so wenig Verständnis bringen wir in der Regel für die Pflege des gesunden Schlafes auf. Dementsprechend werden Schlafstörungen und ihre Folgen nicht ernst genommen. Das Immunsystem, die Verdauung und das Herz-Kreislauf-System benötigen den nächtlichen ungestörten Schlaf. Lernvorgänge wiederholt das Gehirn während des Schlafes. So wird erlerntes Wissen quasi über Nacht gefestigt. Sogar für das Wachstum des Kindes ist Schlaf von Bedeutung.

Störungen des gesunden Schlafes entstehen bereits, wenn die Rahmenbedingungen ungünstig sind. Das können behinderte Bewegungsfreiheit, Geräusche, störende Lichtquellen, ungünstige Liegemöglichkeit und vieles mehr sein. Körperliche Ursachen für Schlafstörungen sind da schon schwieriger zu finden.
Das wird beim gefährlichen obstruktiven Schlafapnoe-Syndrom am deutlichsten. Diese Erkrankung ist eine schlafbezogene Atmungsstörung. Wenn der Betroffene nach Atemaussetzern nicht gerade hochschreckt, wird er selbst nichts merken.
Unerkannte Schlafapnoe kann schwere Folgen haben: Bluthochdruck, Herzrhythmusstörungen oder Schlaganfall. Während des Atemstillstandes schlägt das Herz verlangsamt. Erst, wenn der Patient wieder Luft geholt hat, steigt auch die Herzfrequenz schlagartig an. Dieses ständige „Auf und Ab“ kann das Herz auf Dauer stark schädigen. Deshalb ist das rechtzeitige Erkennen und Behandeln wichtig für die Schlaganfallvorbeugung.


Interdisziplinäre Zusammenarbeit 

Fachärzte verschiedener Fachgebiete (Neurologie, Innere Medizin, Pneumologie, Psychiatrie, HNO-Heilkunde, Kardiologie) arbeiten im Zentrum für Schlafmedizin gemeinsam an der Diagnostik und Therapie von Schlafstörungen und begleitenden Erkrankungen. Das Zentrum ist eine Kooperation zwischen Alexianer-Krankenhaus, Krankenhaus Maria-Hilf und verschiedenen niedergelassenen Praxen.

Hier bietet sich die Möglichkeit, einen Großteil der bekannten Schlafstörungen adäquat zu diagnostizieren und zu therapieren. Entscheidend für die Sicherung der Qualität der Arbeit im Schlafzentrum ist die enge Zusammenarbeit der unterschiedlichen Fachärzte.

Diagnostik und Therapie

Zur Klassifizierung der Schlafstörung – es gibt 88 verschiedene – stehen verschiedenste Methoden zur Verfügung, die Schlaffragebogen und Schlaftagebuch ergänzen, wie etwa die Untersuchung des Blutes und dessen Sauerstoffgehalt, des Herzens bzw. der Herzfunktion, der Hals- und Hirngefäße, der Lunge, des Hals-Nasen-Rachen-Raumes bis hin zur psychologischen Testung. Die Hauptuntersuchung zur Abklärung der Schlafstörung im eigentlichen Schlaflabor findet in der Nacht zwischen 20.00 Uhr und 6.00 Uhr statt. Hier werden mit Hilfe von Sensoren verschiedene Körperfunktionen abgeleitet. Die Patienten sind in Einzelzimmern untergebracht, die zum Garten des Krankenhauses gelegen sind und damit – zumal in ungewohnter Umgebung - die Möglichkeit der Entspannung bieten.

Bei schlafbezogenen Atmungsstörungen muss in der Regel ein Beatmungsgerät verordnet werden. Im Schlafzentrum wird dazu die Nasenmaske individuell angepasst. Mit Hilfe einer Beatmung hält das Gerät die Luftwege im Nasenrachenraum des Patienten offen. Der Patient schnarcht nicht mehr, die nächtlichen Atemaussetzer treten nicht mehr auf.